Bayern

O-Ton Bayern 2: Ahmad Popal

Muslime beten in evangelischer Kirche

vor 4 Monaten

Muslime in München können ihr Freitagsgebet jetzt vorübergehend in einer evangelischen Kirche verrichten. Die reformierte Kirchengemeinde in der Reisingerstraße überlässt den Muslimen am Freitagmittag ihren Kirchenraum.

Die Kirche ist aktuell die einzige Möglichkeit für muslimische Gläubige, die im Münchner Stadtzentrum leben und arbeiten, dort ihr wöchentliches Pflichtgebet angemessen zu verrichten. In den vergangenen Wochen und Monaten hatten auch die letzten muslimischen Gebetsräume in der Innenstadt schließen müssen, wegen Baufälligkeit, Überfüllung oder weil Mietverträge ausgelaufen waren.

Den Muslimen in dieser Situation auszuhelfen, sei für die reformierte Gemeinde selbstverständlich, so deren Pfarrerin, Heike Blikslager, gegenüber dem BR. "Wir können nicht immer nur über interreligiösen Dialog reden, sondern müssen auch entsprechend handeln". Ihre Gemeinde, sagt Blikslager, wolle sich so für ein vernünftiges Miteinander der Religionen in der Stadt einsetzen. "Es sind junge, liberale Muslime, die das Freitagsgebet hier organisieren. Der Imam predigt auf Deutsch. Das wollen wir unterstützen".´

Keine Hinterhofmoschee

Darüber freuen sich Erkan Inan und Ahmad Popal. Sie sind Mitinitiatoren der Initiative MUM. Das steht für Münchner Unabhängige Muslime. Seit der Gebetsraumnot in der Innenstadt organisieren sie das Freitagsgebet an alternativen Orten. Mit rund 120 weiteren muslimischen Gläubigen haben sie schon im Pfarrsaal einer katholischen Kirche und in den Münchner Kammerspielen gebetet.

Im Gespräch mit Politikern aller Fraktionen, Kulturschaffenden und Religionsvertretern suchen sie nach einer langfristigen Lösung für das Freitagsgebet in der Münchner Innenstadt. Ihre Vision: ein repräsentatives und liberales Islamzentrum in der Landeshauptstadt, eben keine Hinterhofmoscheen mehr.

Quelle: radioWelt
02.06.2017 - 04:05 Uhr

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