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Fernsehdirektor Scolik wirbt bei Filmstars für Rundfunkbeitrag

vor einem Monat

Über 100 Preise hat der BR im Jahr 2017 für Serien, Kino- und Fernsehproduktionen erhalten - Bei der Vorstellung der BR-Filmprojekte für 2018 brach BR-Fernsehdirektor Dr. Reinhard Scolik deshalb eine Lanze für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Beim Filmbrunch am Freitag in München forderte Scolik auch anwesende Schauspielerinnen und Schauspielern wie Hannelore Elsner, Josef Bierbichler, Sebastian Bezzel und Sunnyi Melles auf, für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu kämpfen.

"Die vielen Preise und der Erfolg beim Publikum zeigt die Qualität unserer Angebote." Reinhard Scolik, BR-Fernsehdirektor

„Der BR kann aber nur dann ein verlässlicher Partner der bayerischen Filmbranche bleiben, wenn die andauernde Schrumpfung unserer Finanzmittel beendet wird“, ergänzte Scolik. Er warf der Politik vor, derzeit missverständliche Signale auszusenden: Aussagen wie "Ihr müsst noch deutlich höhere Beiträge einsparen" und "Ihr dürft das Programm aber nicht antasten" passten nicht zusammen.

Rundfunkbeitrag seit fast zehn Jahren auf gleicher Höhe

Tatsächlich ist der Rundfunkbeitrag seit 2009 nicht mehr erhöht worden und aktuell bei 17,50 Euro eingefroren. Die Folge: Einsparrunden im Bayerischen Rundfunk seit 2014 mit einem Volumen von 77 Millionen, hinzu käme eine dauerhafte Belastung durch die normale Inflation, die nicht ausgeglichen werde: „Wenn wir nicht einmal einen Ausgleich für die Inflation bekommen, dann wird es keine Chance geben, dieses Programmvolumen aufrechtzuerhalten.“

Noch kann der BR jährlich über 85 Millionen Euro in die Filmwirtschaft investieren, auch in die Nachwuchsarbeit.

"Es ist ja schön, dass es Netflix und andere gibt, wir nehmen die Konkurrenz an, aber wir arbeiten nicht nur mit den Topstars unter den Produzenten, sondern auch mit den Jungen und Kreativen in Bayern, die am Anfang ihrer Karriere stehen." Reinhard Scolik, BR-Fernsehdirektor

Scolik verwies dabei auch auf einen offenen Brief, den kürzlich Studenten der Münchener Filmhochschule an Staatsministerin Ilse Aigner geschrieben haben und in dem es unter anderem heißt: „Wir Studierenden bitten Sie (…) insbesondere für einen starken Bayerischen Rundfunk einzustehen“. Mit der Nachwuchsförderung des BR stehe und falle der Standort. Bei der Verleihung der Bayerischen Filmpreise vorgestern war mit „Einmal bitte alles!“ auch ein vom BR koproduzierter Nachwuchsfilm ausgezeichnet worden.

Appell an die Filmbranche

Scolik ging auch auf die Verlage zu: Gerade in Zeiten von fake news und gezielter Desinformation seien verlässliche Medien wichtig.

"Ein demokratisches System braucht beides, eine gesicherte Presse natürlich, aber auf der anderen Seite einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der auf seine Weise und in der Vielzahl seiner Produkte einen Beitrag für die Gesellschaft leistet, nicht nur mit Information, sondern auch mit Wissenschaft, Kultur, Unterhaltung und Fiktion." Reinhard Scolik, BR-Fernsehdirektor

Der Schlussappell des BR-Fernsehdirektors an viel Prominenz aus der bayerischen Filmbranche: „Es ist ein wirklich ernstgemeinter Aufruf, dass wir nicht warten können! Nehmen wir uns ein Beispiel an den Studenten, kämpfen wir gemeinsam für den Rundfunkbeitrag, er zahlt sich aus!“

Quelle: Abendschau
19.01.2018 - 17:14 Uhr

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